The Sender is the Message


Pro-Pain

Als die Herren Gary Meskil (v,b), Tom Klimchuck (g) und Dan Richardson (dr) 1992 ihr Debütalbum „Foul Taste of Freedom“ ins Rennen werfen, setzt sich das Trio damit direkt an die Spitze des Feldes. Das Feld nennt sich „New Yord Hardcore“ und kommt gerade mit Siebenmeilenstiefeln über den großen Teich nach Deutschland galoppiert. Im Schlepptau Bands wie Sick of it All, Biohazard und eben die Jungs aus New York, New York. Von Fans und Kritikern bejubelt, wird die Platte und fortan die Band mit Attributen wie „intensiv“, „kompromisslos“, „getrieben“, „schonungslos“, „ehrlich“ und „einzigartig“ apostrophiert. Begriffe, die auch heute noch in keinem Presseinfo rund um Pro-Pain fehlen. Nun ist es immer so eine Sache mit diesen „Waschzetteln“, die die Plattenfirmen faulen Journalisten an die Hand geben, damit die sich schon mal um das lästige Plattitüdensuchen herumwinden können. Die kommen „Frei Haus“. Interessanter ist ein Blick darauf, was sich in den vergangenen 15 Jahren im Hause Pro-Pain getan hat. Das ist nämlich einiges. Zehn Studioalben stehen mittlerweile zu Buche, über 1000 Konzerte auf drei Kontinenten und beinahe eine Million verkaufte Platten. Zahlen, die für Konstanz stehen. Und das, obwohl sich das Besetzungskarussell immer mal wieder dreht, inzwischen acht Mal. „Kontinuität im Wandel“, würde der Dichter sagen. Einzig der große Fels in der Brandung – Aushängeschild Gary Meskil – hat die Kommandobrücke noch nie verlassen und führt die seinen mit wachem Blick durch manch unwegsames Gebiet. Mit ihrem aktuellen Werk „Age of Tyranny/ The tenth Crusade“ (eingespielt in der Besetzung Meskil, Klimchuck, Eric Klinger (g) und JC Dwyer (dr)) loten die inzwischen allesamt fernab New Yorks angesiedelten Routiniers im vergleichsweise eng gesteckten Rahmen des NYHC mal wieder neue Grenzen aus. Jeder bekommt, was er erwartet – und doch jedes Mal ein bisschen mehr.
Die Themen sind im Grunde genommen die gleichen wie 1992. Stress mit der Politik, Stress mit der Gesellschaft, Stress allenthalben. Pro-Pain sind immer noch wütend und das mit Recht! Damals wie heute stehen die US-Truppen im Irak, sogar der Präsident trägt den gleichen Namen wie vor 15 Jahren. Es gibt noch genug zu erzählen und so kann es nicht mehr lange dauern, bis Hassbrocken Nummer elf durch die heimischen Lautsprecher rumpeln darf.


1 Kommentar bis jetzt
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[...] auch nicht, sind aber in absolut friedlicher Mission in „Ws own country(side)“ eingefallen: Pro-Pain are in the house und das House ist kein geringeres als die 3R-Homebase, kreativer Think Tank und [...]

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