Gespeichert unter: Der Narziss über sich selbst...
Es gibt Tage, da verlierst du! Und es gibt Tage, da gewinnen die anderen! Und dann gibt es noch Zeiten, da hängst du irgendwo dazwischen. In der Luft eben! Es geht nichts so recht zusammen und auf einmal hängt der Himmel nicht mehr voller Geigen, sondern Wolken. Und warum? Greifbar ist nichts, dir fallen nur ein paar Indizien – hinreichende Argumente – aber keine Motive ein, die als veritable Auslöser für den großen Daumen auf deinem schmalen Rückgrat gelten können. Melancholie ist eine Laune und ein Luxus des zivilisatorisch überreizten Mittelmäßling, der bemerkt, dass es ihm nicht schlecht genug für echte Trauer geht und der doch so weit davon entfernt ist, alle aufkommenden Geistes-Wehwehchen mit hedonistischen Bling-bling-Surrogaten weg zu wischen.
Zugegeben, ich falle just in diese Kategorie und gönne mir diese Auszeit manchmal gerne. Man kann sie nämlich auf zweierlei Art und Weise interpretieren und mit Leben füllen: Sei missmutig, sei gelangweilt, sei schwermütig! Du nimmst dich aus dem Spiel, ziehst dir eine Tarnkappe über und verschwindest einfach. Innere Emigration, geistig. Du weisst, dass du das brauchst. Du BIST schon bewusst und ziehst einen tiefen Graben um dich. Dein Schutzschild. Eine krude Form von Anger Management. Rückverpuppung, die dich irgendwann zwar nicht wieder als Schmetterling erstehen lässt, aber doch immerhin nicht ohne Metarmorphose wieder ausspuckt. Es verschafft dir die Zeit, den nächsten Schritt zu machen. Zeit, die man für einen inneren Reinigungsprozess nutzen kann. Überkommenes über Bord werfen und die Akkus mit Sinn aufladen. Sich wieder reset-en und sich selbst und seiner Mission wieder bewusst werden. Zu viel geht verloren, auf dem Weg. Zu viel von dir, wenn du jemanden darstellen willst, der du eigentlich nicht bist. Oder zumindest nicht, wenn du dir bewusst machst, was du bist, was du willst, wie man dich sieht und wie du willst, dass du gesehen wirst. Irgendwann reitest du auf einer Welle mit, überdrehst und verlierst den Blick für das richtige Maß. Du schwimmst und schwimmst und irgendwann bist du so over the top, dass aus „x“ ein „x+1″ wird. Einen Witz zuviel, einen Testosteronschub zu viel, einen falschen Gedanken zu viel! Du verlierst die Relationen aus dem Blick, triffst falsche Entscheidungen und setzt falsche Prioritäten. Dann ist die Zeit überreif, aus dem Fluß zu steigen und den Fuß vom Gas zu nehmen. Du hast angefangen – profan gesagt – zum Arsch zu werden. Dir gegenüber und anderen. Wenn es keiner merkt: Gut! Dann hast du die Reissleine gerade noch rechtzeitig gezogen. Aber du weisst, was du denkst. Wen müsstest du von der großen Liste streichen, derer, die du auf deiner Seite weisst? Mach dir klar, was du willst, wer du bist und was wirklich wichtig ist! Du bist ein guter, wertvoller Mensch! Mach es dir bewusst und handle danach! Lass lieber einmal mehr als einmal weniger die Zote stecken, die du auf Kosten derer machst, die sich den Luxus der Melancholie nicht leisten können. Reich ihnen im Geiste lieber die Hand! Im Scherz ausgesprochen, ist jede Demütigung im Geiste erdacht und ausgearbeitet. Der nahe Applaus ist kurz und schnell verhallt… Der umgekehrte Effekt ist es, der dich lange sättigt. Sei du selbst, steh zu dir! Nimm dir eine Minute und sei bewusst! Oder werde es! Du bist du – und niemand sonst! Empathie, Sympathie – Luxus! Du musst für den Rest deines Lebens mit dir auskommen! Wenn es morgen vorbei ist, dann hast du keine Schwierigkeiten, deine Weste muss von innen rein sein. Bewirf dich selbst mit Schmutz, mach dich dreckig, lad alles auf dir ab. Sei ein Schwein, sei dir selbst der nächste! Du bist es echt wert! Und jetzt ist alles wieder gut? Bis auf weiteres – ja!
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