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Prelude:
W. + X
Montag Abend, 20 Uhr: Vier vollbärtige junge Männer schleichen durch die Straßen des Frankfurter Nordends, orientierungslos und offenbar ortsunkundig. Ausser sich selbst nichts dabei und auffallend nach allen Richtungen Ausschau haltend, schiebt sich das Quartett durch den schon auffallend kühlen Herbstabend. Der Anführer, kurzbehost und körperlich äusserst kompakt, geleitet seine Truppe schließlich doch noch sicher zwischen einer wildwuchernden Hecke und einer herunter gelassenen Schranke auf eine schmale Auffahrt und kurz drauf stehen sie im von mehrstöckigen Häusern eingefassten Hinterhof. Kurz ist es noch finster, dann tut der Bewegungsmelder seinen Job – meldet also Bewegung – und verscheucht das Dunkel in seine Ecken. Das kleine Kommando hat fast seinen Bestimmungsort erreicht!
Was aussieht wie eine kleine autonome Taliban-Terrorzelle auf Erkundungstour sind – ganz im Gegenteil – vier Amis aus Florida und Texas. Die mögen zwar ihren Präsidenten auch nicht, sind aber in absolut friedlicher Mission in „Ws own country(side)“ eingefallen: Pro-Pain are in the house und das House ist kein geringeres als die 3R-Homebase, kreativer Think Tank und Knobelstube für Kreative, gelegen im Norden von Frankfurt.
Auf Einladung von Stephan haben sich Gary Meskil, Tom Klimchuck, JC Dwyer und Marshall Stephens direkt nach dem letzten Gig ihrer Europa-Tour noch leicht verschwitzt in ihren Nightliner gehockt und sind gen Germany gebrettert, um ein wenig beim ersten Solo-Album aus dem Hause Weidner mitzumischen. Und genau das – „ein wenig mitmischen“ – war alles an Informationen, die es im Vorfeld gab. Ein präziseres Ziel des Joint Venture ließ sich im Vorfeld nämlich noch nicht formulieren. Wie auch? Stephan und Rupert knobelten seit Monaten im stillen Kämmerlein an den Stücken herum, manche standen schon weitestgehend, von anderen gab es nur Gerippe, die sich nur mit viel gutem Willen als Demos verkaufen ließen. Da kommt ein bisschen Input von aussen nicht ungelegen. Und von wem soll man sich den holen, wenn nicht von guten Freunden? Da weiss man, was man hat, auch wenn zunächst die eine oder andere Genregrenze zu überwinden scheint. Was können die Jungs beisteuern – und was wollen sie überhaupt? Für alle Schandtaten bereit? Und was, wenn ihnen der Kram mal so gar nicht zusagt?
Will sagen: Ein paar Konstanten, viele Unwegbarkeiten! Lass laufen, mal sehen, was raus kommt! Plan: Nein! Bock: Ja! Bier: Reichlich und kalt! Kann losgehen!
Wenn schon nichts bei raus kommen würde, den Spaß nimmt man doch gerne mit. Denn Studioarbeit ist hart. Hart, zäh und lang…